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Gedanken zu verfütterungswürdigen Pflanzen im Garten

(Vortrag von Herbert Hoppensack, gehalten am16. Juni 2005)

  1. Vorweg

 

Ich möchte heute über Pflanzen im Garten sprechen, die in erster Linie nicht als Futterpflanzen angebaut werden, aber als solche bestens genutzt werden können. Sicherlich haben eine Reihe von Euch Zuchtfreunden weit umfangreichere Erfahrungen bei der Verfütterung von Grünzeug. Dennoch hoffe ich, einige neue Anregungen geben zu können. 

Wichtig ist, dass alle Pflanzen, die zur Verfütterung genutzt werden sollen, frei von  

  • Schädlingen
  • Krankheiten
  • Straßenschmutz
  • Pflanzenschutzmitteln
  • Kontakt von Wildkaninchen

sind. 

Ich gebe meinen Tieren gern immer eine Mischung von verschiedenen Blättern, Kräutern oder Wurzeln. Es entspricht auch mehr der natürlichen Ernährung. Die hormonellen Prozesse werden dadurch besser angeregt. Der eventuelle starke Einfluss von schädlichen Stoffen bzw. eine einseitige Ernährung werden dadurch vermieden. 

Ob das Futter nun unbedingt frei von Nacht- oder Regenfeuchtigkeit sein muss, ist umstritten. Ich möchte darauf nicht näher eingehen. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

 

  1. Pflanzengruppen

 

2.1. Wildkräuter im Garten 

 

Acker-Kratzdistel wird von Kaninchen trotz seiner Stacheln gefressen, jedoch frisch weniger als angetrocknet oder Heu. Kein besonderer Nährwert vorhanden.

Ampfer-Arten werden von den Kaninchen zwar gern gefressen, beinhalten jedoch einen hohen Gehalt an Oxalsäure. Daher nur wenig füttern, da sie den Kalkhaushalt stört.

Gemeiner Beifuß wird sehr gern von Kaninchen gefressen, frisch und auch als Heu. Die darin enthalten Bitterstoffe fördern die Verdauung. Nahe verwand sind Feld-Beifuß, Estragon und die Eberraute. Alle Arten regen die Produktion von Verdauungssäften an. Durch den Gehalt an Eucalyptol ist auch eine gewisse Wirkung gegen Schadinsekten und Bakterien, z.B. Enterocolitis, gegeben.

Brennessel ist ein hervorragendes Kaninchenfutter, angewelkt oder als Heu. Es ist sehr reich an Eiweißstoffen (mehr als Luzerne!). Aufgrund der Ameisensäure in den Härchen kann es nur angewelkt ( ca. nach 2 Tagen) verfüttert werden. Bei der Trocknung zum Heu ist wichtig, dass das Gut nicht zu stark bearbeitet wird, da sonst die Blätter zerbröseln. Daher sollte man Bunde binden und sie luftig im Stall o. ä. aufhängen. Im Frühjahr ist aber Vorsicht geboten, denn der hohe Eiweißgehalt kann schnell zu Blähungen führen.

Gänsedistel fällt im Sommer an und kann frisch verfüttert werden. Größere Mengen werden von den Kaninchen nicht gefressen.

Gänse-Fingerkraut tritt an etwas verdichteten Bodenstellen auf und bildet nicht selten einen ganzen Rasen. Es kann bedenkenlos gefüttert werden. Die Tiere nehmen es gern. Es wirk desinfizieren und gegen Durchfall.

Zaun-Giersch ist ein lästiges Doldenblütengewächs im Garten und wird sehr gern von den Kaninchen gefressen. Es ist verwandt mit der Petersilie. Es soll bei Kaninchen gegen Durchfall wirken.

Greiskraut ist ein Korbblütengewächs und kommt in verschiedenen Arten als Wildpflanze oder Unkraut vor. Nun wird Greiskraut nicht so in Massen vorkommen, wird aber von den Kaninchen gefressen und ist auch nicht schädlich.

Hederich und Senf sind mit Kohl verwandt. Die enthalten Senföle, die zu Blähungen führen können. Daher sollte man nicht übermäßig viel davon füttern. Die Kaninchen fressen es aber gern.

Hirtentäschel ist ein sehr gutes Futter für Kaninchen. Es ist reich an Mineralsalze, Colin und Gerbstoffe. Es wirkt so Durchfall entgegen. Hirtentäschel wird gern gefressen.

Hohlzahn kommt im Osten seltener vor als im Westen. Er wächst ausschließlich auf kalkarmen Böden. Gerb- und Bitterstoffe wirken entzündungshemmend. Er wird gern von Kaninchen gefressen.

Huflattich ist zwar recht gesund für die Kaninchen, kann z. B. gegen Trommelsucht verwendet werden, wird aber nicht sehr gern gefressen, meist nur mit anderem Futter zusammen. Huflattich wird bei feuchtem Wetter von Rost befallen und darf dann nicht mehr als Futter verwendet werden. 

Gundermann ist reich an Gerbstoffen, ätherischen Ölen, Cholin, Saponine und dem Bitterstoff Glechomin sowie Vitamin C und Vitamin A. Außerdem enthält er sehr viele Mineralstoffe. Daher ist die Verfütterung im Frühjahr wertvoll. Allein wird es nicht so gern gefressen.

Kamille ist oft im Heu mit drin und aromatisiert es. Frisch wird sie nicht so gern gefressen und sollte deshalb nur mit anderem Futter gegeben werden.

Klebkraut wird sehr gern gefressen. Es kann an günstigen Stellen recht üppig werden. Kann bedenkenlos verfüttert werden.

Klette fressen die Kaninchen nicht sehr gern, ist aber auch nicht schädlich. Sie kann mit anderem Futter gemischt werden.

Löwenzahn oder Kuhblume ist ja eine klassische Futterpflanze, die sehr gern gefressen wird. Vorsicht ist jedoch im Frühjahr wegen des hohen Eiweißgehalts geboten. Auch die Wurzeln schmecken den Kaninchen gut.

Melde/Gänsefuß gehören beide zu den Gänsefußgewächsen und beinhalten viel Oxalsäure. Daher ist damit vorsichtig, zusammen mit anderen Kräutern, zu füttern, obwohl sie zum Teil gern gefressen werden.


Rainfarn wird sehr gern gefressen. Er ist sehr aromatisch und verdauungsfördernd. Bei größerem Vorkommen lohnt sich die Heubereitung für den Winter. Bei übermäßiger Fütterung soll Rainfarn abtreibende Wirkung haben.

Reiherschnabel tritt gelegentlich sehr reichlich auf und kann bedenkenlos gefüttert werden. Das Mischen mit anderen Futterpflanzen ist zu empfehlen.

Schafgarbe gibt es als Wildpflanze und Zierpflanze. Sie wird von den Kaninchen sehr gern gefressen. Wo sie in Massen auftritt, kann sie auch zu Heu bereitet werden. Im Herbst bekommt sie häufig Mehltau und sollte dann nicht mehr verwendet werden. Sonst kann sie unbeschränkt gefüttert werden. Ihre Inhaltstoffe sind verdauungsfördernd und entzündungshemmend.

Senf (siehe Hederich)

Spergel ist ein typisches Ackerunkraut und kann unbedenklich gefüttert werden. Es tritt sowieso nie im Massen auf. Es ist mit der Vogel-Sternmiere verwandt.

Taubnessel gibt es in verschiedenen Arten, die meist im Schatten wachsen. Sie wird von den Kaninchen gern gefressen und kann bedenkenlos gefüttert werden. Größere Vorkommen sind sowieso selten. Die in ihr enthaltenen Gerbstoffe wirken gegen Durchfall. Allein wird sie nicht so gern gefressen.


Vogel-Knöterich bildet häufig dichte Matten auf verdichtetem Boden. Kaninchen fressen ihn gern. Die enthaltene Kieselsäure, die Gerbstoffe, Harze und ätherischen Öle wirken sich positiv auf die Verdauung aus.

Vogel-Sternmiere ist ein lästiges Gartenunkraut, das das ganze Jahr hindurch wächst. Sie gehört zu den Nelkengewächsen. Sie kann unbedenklich gefüttert werden.

Wegerich kommt in verschiedenen Arten vor. Alle sind sehr bekömmlich für die Kaninchen und werden gern gefressen. Besonders für junge Kaninchen kann Wegerich als Futter Verwendet werden.

Wegwarte ist die Wildausgangspflanze für Zichorie und Chicoree. Sie blüht hellblau und steht oft an Wegrändern. Kaninchen fressen die oberirdischen Teile und die Wurzel sehr gern.

Acker-Winde ist im Garten äußerst lästig, wird von den Kaninchen aber sehr gern gefressen. Sie ist eiweißreich, bekömmlich und kann bedenkenlos gefüttert werden.

Wilde Möhre ist die Urpflanze unserer Möhren und kann bedenkenlos gefüttert werden. Von den Kaninchen wird es jedoch nur in Grenzen aufgenommen, da der intensive Geschmack nicht so zusagend ist. 

 

2.2. Gewürz- und Heilpflanzen

 

Gewürz- und Heilpflanzen haben Inhaltstoffe, die den Pflanzen ein markantes Aroma geben, so z.B. Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe oder organische Säuren. Diese Stoffe geben der Pflanze nicht nur Aroma, sondern wirken sich auf unser Wohlbefinden und das der Tiere, auf den Stoffwechsel und auf viele weitere Vorgänge im Körper aus. 

Am meisten handelt es sich dabei um Lippenblütengewächse aus dem mediterranen Raum, also auch der Herkunft unserer Kaninchen, Doldenblütengewächse und Korbblütengewächse. 

Dill

Doldenblütengewächse

Fenchel

Doldenblütengewächse

Petersilie

Doldenblütengewächse

Lavendel

Lippenblütengewächse

Oregano

Lippenblütengewächse

Rosmarin

Lippenblütengewächse

Salbei

Lippenblütengewächse

Thymian

Lippenblütengewächse

Zitronenmelisse

Lippenblütengewächse

Estragon

Korbblütengewächse

Wermut

Korbblütengewächse

Beifuss

Korbblütengewächse

 

Da die Inhaltstoffe Einfluss auf die Vorgänge im Körper nehmen, sollten diese Pflanzen nicht im Übermaß verfüttert werden. Sie können sich dann auch ungünstig auswirken. 

An dieser Stelle ein besonderes Wort zum Comfrey oder Beinwell. Dabei handelt es sich um eine Pflanzengattung aus der Familie der Borretsch- oder Rauhblattgewächse. Comfrey ist eine sehr alte Heilpflanze für den Bewegungsapparat. Nicht außer Acht sollte ihre krebsauslösende Wirkung gelassen werden. Beim Verzehr der Pflanze verursachen die darin enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide irreparabele Schädigungen an den Zellen in der Leber. Diese Wirkung dürfte bei der relativ kurzen Lebenserwartung der Kaninchen jedoch keine Rolle spielen. 

Als Pflanze im Garten, die einen sehr hohen Wasserbedarf hat, holt sie dank ihrer sehr tiefen Wurzeln Wasser und Nährstoffe bis aus einem Meter Tiefe. Sie hat einen großen Zuwachs. Da die Blätter behaart sind, ist das Futter aus Comfrey für die Kaninchen gewöhnungsbedürftig. Es wird nicht gleich gern gefressen. Darüber hinaus eignet sich das nährstoffreiche Kraut des Beinwell im Garten als hervorragender Dünger.

 

2.3. Gemüsepflanzen

 

Hier möchte ich nicht näher eingehen, da viele Abfälle traditionsgemäß verfüttert werden.  Einen Hinweis möchte ich nur zum Oxalsäuregehalt der Pflanzen geben. Einige Pflanzen haben daran hohe Gehalte. Das führt sekundär zu Kalziummangel, da sich das Kalzium im Futter mit der Oxalsäure zu unlöslichem Kalziumoxalat verbindet und ausgeschieden wird bzw. in den Nieren als Nierenstein sich ablagern kann. Dies ist besonders bei säugenden Häsinen zu beachten.

 

Tabelle: Gehalt von Oxalsäure in ausgewählten Pflanzenarten in mg/100g  

 

Blumenkohl

   0 -   25

Bohne

 20 -   45

Brokkoli

k.A.

Chicoree

 27 -   63

Endivie

   0 -   27

Melde

800-1600

Sauerampfer

830-1770

Fenchel

   0 -   16

Grünkohl

   7 - 125

Knollensellerie

   7 -   17

Kohlrabi

   3 -   30

Löwenzahn

          25

Mangold

110- 940

Möhre

   6 -   60

Rhabarber

180- 765

Rosenkohl

   6 -   37

Rote Bete

180- 410

Schwarzwurzel

            0

Spinat

120-1330

Topinambur

k.A.

Dill

  30 - 160

Petersilie

    0 - 240

 

2.4. Obstgehölze und Erdbeeren

 

Hier werden die meisten an das Nagen an Zweigen denken. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Denn darüber hinaus fressen die Kaninchen auch gerne die Blätter, sofern sie frei von Krankheiten und Schädlingen sind.  

Zweige und Laub von Kernobstsorten und Erdbeeren können bedenkenlos verfüttert werden. Ebenso Himbeer- und Brombeerruten und Blätter. Von den Brombeeren gibt es dornenlose und immergrüne Sorten, die ideal für Kaninchen als Futter (auch im Winter) geeignet sind. 

Weinlaub fressen Kaninchen ebenfalls gern und kann problemlos verfüttert werden. 

Steinobst ist wegen des Gehalts an Blausäure ungeeignet und sollte nicht verfüttert werden.

 Nicht direkt zu dieser Gruppe gehören Bäume aus unserer Landschaft, die ebenfalls gern gefressen werden. Hier sei an erster Stelle die Weide genannt mit dem Inhaltstoff Salicylsäure. Des weiteren werden Birke, Haselnuss, Linde Ahorn, Erle und Esche gern gefressen.

 

2.5. Zierpflanzen im Garten

 

Zahlreiche Zierpflanzen im Garten können als Kaninchenfutter genutzt werden. Hierzu gehören Sonnenblumen, Funkien, Frauenmantel, Nelken, Malven und Stockrosen,  Ringelblumen, Chrysanthemen u. v. m. 

Zwei herausragende Pflanzen sind Topinambur und Silphium.  

Topinambur oder Erdbirne (Helianthus tuberosus) ist die knollige Sonnenblume aus Nordamerika - eine Pflanze, die auch zur menschlichen Ernährung und zur Wildfütterung Verwendung findet. Es gibt unterschiedliche Sorten, die sich in Knollenfarbe, Blüte und Größe unterscheiden. Topinambur eignet sich hervorragend als Sicht- und Windschutz, als Blütenpflanze und als schmackhafte und gerne angenommene Futterpflanze für Haustiere (Kaninchen, Geflügel, Ziegen, Ponys u.a.). Der Vorteil dieser Pflanze liegt darin, dass nur einmal gepflanzt werden muss, und dann jährlich von selbst ein Wiederaustrieb erfolgt.

Von besonderer Bedeutung ist der hohe Gehalt an Inulin (bis 16%). Inulin wird unter Einwirkung von Enzymen und Säuren in eine speziell für Diabetiker verträgliche Zuckerform umgewandelt ("Diabetikerkartoffel").

Die Inhaltsstoffe Cholin und Betain gelten als krebshemmend und stärken die Abwehrkräfte.

Von den Mineralstoffen ist von großer Wichtigkeit der hohe Gehalt an Kalium (bis zu 500 mg/100 g), Phosphor (80 mg/100 g) und Kieselsäure (36 mg/100 g). Kalium und Phosphor kommt eine äußerst wichtige Bedeutung für die Stoffwechselleistungen der Zelle zu. Kieselsäure ist für die Elastizität und die Verjüngung des Bindegewebes notwendig.

In der Volksmedizin wird die Topinamburknolle, dieses "Geschenk des Himmel", als wirksames Therapeutikum gegen eine ganze Reihe von Beschwerden (Leber, Galle, Magen usw.) gepriesen. Insbesondere soll ihr eine appetithemmende Wirkung ohne Nebenwirkungen zukommen.

 

Aus Amerika stammt die Becherpflanze oder Kompasspflanze (Silphium perfoliatum L.). Diese Staude wächst dort entlang der Flussläufe, wo ihr ausreichend Wasser zur Verfügung steht.  In der indianischen Medizin wurde sie als Stärkungsmittel und gegen Asthma, Gonorrhöe und Verkühlungen angewendet.

 

Innerhalb kurzer Zeit bringt dieses Korbblütengewächs mit seinen markanten geflügelten Stielen große Blattmassen hervor, die bedenkenlos verfüttert werden können. Sie kann in voller Sonne stehen. Durch die feine Behaarung der Blätter kann sich Wasser nicht auf ihnen halten, so dass uns auch bei Regen ein fast trockenes Futter zur Verfügung steht. Für ein optimales Wachstum sind ausreichend Wasser und Nährstoffe erforderlich.

 

2.6. Giftpflanzen im Garten

 

An dieser Stelle möchte ich auf Giftpflanzen im Garten hinweisen, die bei der Fütterung gemieden werden sollten. 

Dennoch ist eine übermäßige Vorsicht nicht so notwendig, sofern unbekannte Pflanzen in geringen Mengen in Futter vorkommen. So können selbst Giftpflanzen kaum Schaden anrichten. Auch sind nicht alle Pflanzen, die für uns Menschen giftig sind, auch gleich für Kaninchen giftig.

Jede Pflanze hat nach dem Verzehr eine Wirkung auf den Organismus. Sie kann sowohl positiv als auch negativ sein. Entscheidend ist die Menge, die davon aufgenommen wird. So ist zum Beispiel Pfefferminze eine Heilpflanze, aber bei übermäßigem Genuss kann sie Durchfall hervorrufen. Oder denken wir an den giftigen Lebensbaum, der in geringen Mengen keine Gefahr für die Tiere darstellt. Das Maß macht die Wirkung.

 

Giftig sind u. a. : 

  • Lebensbaum, Eibe und einige Wacholder
  • Viele Zwiebelpflanzen, besonders die Herbstzeitlose und Schneeglöckchen
  • Goldregen, Blauregen, Trompetenbaum, Heckenkirsche, Kirschlorbeer, Essigbaum
  • Efeu, Eisenhut, Christrose, Seidelbast, Herbstzeitlose
  • Schierling, Hundspetersilie, Zaunrübe

Andere und als giftige Pflanzen werden dagegen von den Kaninchen nach Mangold und Fangauf gut vertragen. Zu Ihnen gehören:

 

  • Nachtschattengewächse, wie Kartoffelkraut und  Tomatenkraut, Bittersüßer Nachtschatten nicht
  • Zahlreiche Hahnenfußgewächse, wie Kriechender Hahnenfuss, Schabockskraut und Buschwindröschen
  • Wolfsmilchgewächse
  • Holunder und Liguster

 

  1. Zitate zu diesem Thema

 

Friedrich Joppich (1949) schreibt: „Mit Giftpflanzen, die auf Wiesen vielfach auftreten, sei man nicht zu ängstlich. Wenn Tiere ausreichend Futter haben, meiden sie stark giftige Pflanzen von selbst. Geringe Mengen sind in der Regel für Kaninchen auch gar nicht schädlich, wenn sie im übrigen in gutem Futterzustande sind, also eine gewisse Widerstandskraft haben.“

 

Ulf D. Wenzel (1989) schreibt: „Schädliche Inhaltsstoffe in Futterpflanzen schließen die Verwendung als Futtermittel in der Tierernährung keineswegs völlig aus, sie zwingen jedoch dazu, die Futtermenge einzuschränken.“

 

E. Mangold und R. Fangauf (1949) schreiben: „Es gibt eine Reihe von Pflanzen, nach deren Genuss bei Mensch und Tier Erkrankungen und Todesfälle durch Vergiftung auftreten können. Zu den bekanntesten gehören Nachtschatten, Tollkirsche, Herbstzeitlose, Kornrade und Schierling. Während die Gefährlichkeit solcher Pflanzen für den Menschen und unsere großen Haussäugetiere außer Zweifel steht, sind die Warnungen vor ihrer Verfütterung an Kaninchen weit übertrieben und die durch sie hervorgerufene Angst zum großen Teil unbegründet.“

 

K. Dorn (1989) schreibt: „Der Kalziumgehalt der grünen Pflanzen ist ein wirksames Mittel gegen Knochenweiche. Das Grünfutter wirkt diätetisch (gesundheitsfördernd), wenn es mit gewürzhaften Unkräutern vermischt ist, die teils aromatisch, teils bitterstoffhaltig und heilsam sind und den Appetit und die Verdauung merklich anregen. Die Jungtieraufzucht ist um so erfolgreicher, je mehr man wertvolles Grünfutter geben kann.“

 

  1. Gedanken zum Schluss

 

Kaninchen sind in der Rassekaninchenzucht keine Versuchstiere. Daher schließt sich aus, jedes gefundene Kraut auszuprobieren. Jeder von uns weis auch, dass Kaninchen an eine neue Nahrung nur langsam zu gewöhnen sind, da es sonst zu erheblichen und ungewollten Verlusten kommen kann. 

Gerade in der gegenwärtigen Jahreszeit ist der „Tisch“ überreich gedeckt und meine Kaninchen erhalten täglich abwechselungsreiches Grünfutter. Dabei bevorzugen sie Blattwerk dem einfachen Gras. 

Sicherlich hat jeder seine Fütterungsstrategien, aber mit einem abwechselungsreichem Grünfutter tragen wir zur artgerechten Tierhaltung bei und die Kaninchen bekommen in ihrem sonst so eintönigem Leben etwas Abwechselung.

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